musica devota

 

Musik in Handschriften und Drucken aus dem Umkreis der Devotio moderna

 

 

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Die  Brauerei des ehemaligen Klosters Windesheim, heute

Nederlands Hervormde kerk

Die Devotio moderna war eine einflußreiche Frömmigkeitsbewegung des späten Mittelalters, bei der die persönliche Innigkeit eine zentrale Position einnahm.  Ins Leben gerufen wurde sie am Ende des 14. Jahrhunderts im IJsseltal in den heutigen Niederlanden von Geert Grote und seinen Anhängern. Sie gründeten die ersten Häuser für Schwestern und Brüder vom Gemeinsamen Leben in Deventer und Zwolle.

Nach Grotes Tod entstand auch ein Klosterzweig: Chorherren- und Chorfrauenstifte für Augustiner Kanoniker und Kanonikerinnen, die sich schon bald zum sogenannten Kapitel von Windesheim zusammenschlossen.

Im 15. Jahrhundert nahmen zahlreiche Schwesternhäuser die Regel des franzikanischen dritten Ordens an. Doch obwohl sie dadurch nominell zum Franziskanerorden gehörten, können sie ebenfalls zur Devotio moderna gerechnet werden, da ihnen einige Sonderbedingungen zugestanden waren, die sie von anderen franziskanischen Drittordensklöstern unterschieden: bespielsweise waren ihre Beichtväter keine Franziskaner, sondern Brüder vom Gemeinsamen Leben. Diese Drittordensklöster schlossen sich zusammen zum Kapitel von Utrecht.

Rasch verbreitete sich diese Bewegung im Lauf des 15. Jahrhunderts vom IJsseltal ausgehend über das gesamte Gebiet der heutigen Niederlande, Belgiens und Deutschlands bis in die Schweiz nördlich der Alpen und im 16. Jahrhundert auch nach Nordfrankreich. Die Reformation bedeutete das Ende dieser blühenden Bewegung: am Ende des 16. Jahrhunderts waren nur wenige Häuser übrig geblieben. Im 17. Jahrhundert erlebten ein paar der Windesheimer Männerklöster einen neuen Aufschwung, der zum Teil noch bis zur Französischen Revolution anhielt.

Über die Musik dieser Bewegung ist noch nicht viel bekannt. Erhalten sind Liederbücher, mit Notation und/oder Melodieverweisen, und liturgische Handschriften. Liturgische Handschriften wurden oft bei Brüdern vom Gemeinsamen Leben in  Auftrag gegeben. In grösserem Umfang  produzierten beispielsweise die Fraterhäuser in 's-Hertogenbosch, Köln, Münster und Herford. In den Liederbüchern steht geistliche, vokale Musik für ein bis drei Stimmen mit Prosatexten und Lyrik. Bisher sind nur wenige Spuren von Instrumentalmusik aus Kreisen der Devotio moderna bekannt, was nicht verwunderlich ist, da man in diesen Kreisen der Instrumentalmusik mit grosser Zurückhaltung begegnete. Das hing mit der Funktion der Liederbücher im Kontext der Meditation zusammen.

Die Gesänge der Devotio moderna tragen lateinische und/oder volkssprachige Texte. Die mehrstimmigen Gesänge entsprechen dem Typus der simple polyphony, die Einflüsse der Vokalpolyphonie der südlichen Niederlande sind gering, da sie wegen der erschwerten Textverständlichkeit weitgehend verboten war.  

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Ein paar einführende Literaturhinweise zur Devotio moderna und ihrer Musik

Geschichte

J.G.R. Acquoy, Het klooster te Windesheim en zijn invloed, 3 Bde., Utrecht 1875, 1876, 1880.  

A. Bollmann, Frauenleben und Frauenliteratur in der Devotio moderna. Volkssprachige Schwesternbücher in literarhistorische Perspektive. Diss. Groningen 2004 Summary online

Van Engen 2006

K.  Goudriaan,  “De derde orde van Sint Franciscus in het bisdom Utrecht”, in: Jaarboek voor Middeleeuwse Geschiedenis 1 (1998) 205-260.  

Th. Mertens, “Lezen met de pen. Ontwikkelingen in het laatmiddeleeuws geestelijk proza”, in: F.P. van Oostrom und F. Willaert (Hrsg.): De studie van de Middelnederlandse letterkunde: stand en toekomst, Hilversum 1989, 187-200. Online

R.R. Post, The Modern Devotion. Confrontation with Reformation and Humanism. Leiden 1968 [Studies in Medieval and Reformation Thought 3] Online

G. Rehm, Die Schwestern vom gemeinsamen Leben im nordwestli­chen Deutschland, Berlin 1985 [Berliner Historische Studien Bd. 11].

W. Scheepsma, Deemoed en devotie. De koorvrouwen van Windesheim en hun geschriften. Amsterdam 1997.

 

Musik  

Hascher-Burger und Joldersma 2008, introduction

Bruning u.a. 1963

A.M.J. van Buuren, “ ‘Soe wie dit lietdkyn sinct of leest’: De functie van de Laatmiddelnederlandse geestelijke lyriek”, in: F. Willaert u.a., Een zoet akkoord. Middeleeuwse lyriek in de Lage Landen, Amsterdam 1992, 234-54, 399-404.  

Hascher-Burger, Gesungene Innigkeit Google books

Hascher-Burger, Singen für die Seligkeit Google books

Koldau 2005, 944-964

 

Zu dieser website

Das Ziel dieser Website ist es, Quellen für die Musik der Devotio Moderna, die sich zum Teil verstreut in Konvoluten und an anderen schwer zugänglichen Orten befindet, zu sammeln und Interessenten zu präsentieren. Dabei werden liturgische Quellen ebenso wie paraliturgische berücksichtigt. Vorläufig nicht aufgenommen sind Stundenbücher. Ebensowenig sind liturgische Handschriften, die in Häusern der Devotio Moderna nur dekoriert wurden, aufgenommenn.

Ich habe in erster Linie Quellen aufgenommen, die mit bestimmten Häusern oder Namen der Devotio moderna verbunden werden. Wir können davon ausgehen, dass die Devotio moderna  das gesamte spirituelle Klima der heutigen Niederlande beeinflusste. Daher scheint mir eine einigermassen deutliche Eingrenzung geboten zu sein. Aber ich habe auch ein paar Ausnahmen von der Regel zugelassen: in der einschlägigen Literatur regelmässig zitierte Quellen wie Wien 12875 sind aufgenommen, auch wenn ihre Herkunft bisher nicht geklärt werden konnte.

Diese Website ist im Aufbau begriffen. Nicht zu allen Quellen stehen daher schon Incipitlisten zur Verfügung, auch wird die Liste der Quellen, vor allem der Drucke, hoffentlich noch wachsen. Die einzelnen Seiten können unterschiedlich informativ ausfallen, abhängig davon, wieviel Information mir zu den einzelnen Quellen im Moment zur Verfügung steht.

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  zuletzt bearbeitet am 08-07-2016

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